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biographie
presse
mp3
charhizma 010
waiting for wood
1 love burgers
2 relaxin'
3 oscillation vs. albert
4 love in e minor
5 get the funk
6 its time baby
7 bars and beats
8 not real
9 good solid beat
10 sonar navigation
11 hidden track
12 breakfast tonight
music written and produced by dj attache/the beige oscillator again with
a
little help from our friends :
sascha attia ms-20
noelle moral vocals
leonid soybelman guitar,voice
joe williamson double bass/phonecall/voice
gregor hotz bassclarinet
elektronische musik der gegenwart ist lange zeit auf ein außen gerichtet gewesen, auf die erfüllung einer vorgabe, die nicht m
usikimmanent ist z.b. die crowd auf dem dancefloor zum feiern zu bringen, oder sich als musik zur zeit gegen die überreste des
indierocks zu profilieren. die persönlichkeit des musikers stand nicht zur debatte: djs verstanden sich als (anonymisiertes) gegenmo
dell zum geltungssüchtigen rockstar, produzenten waren keine idiosynkratischen songwriter, sondern begriffen sich als teil eines wei
tgespannten netzwerkes, in dem software ausgetauscht und über elektronische lebensaspekte diskutiert wurde.
wenn sich in diesen kreisen so was wie persönlichkeit konstituierte, dann nur als effekt der vorgabenerfüllung: der dj, der bes
onders gut die clubs rockte, avancierte zum star.
mittlerweile ist dieses verhältnis umgeschlagen: elektronische musik der gegenwart, oder doch besser: science pop (marcus sc
hmickler), ist längst vom funktionalitätsterror befreit. selbst strenge technoepen, wie die maxis aus dem kölner kompakt-z
irkel, werden im wohnzimmer gehört und als neue formen des minimalismus rezipiert. und was früher verkrampft als electronic
listening vermarktet wurde, hat sich längst in unzählige, souveräne, natürlich auch zweifelhafte stile, entw&uum
l;rfe, subgenres und schismata transformiert.
einen dieser entwürfe repräsentiert waiting for wood, das debutalbum von beige oscillator (nicholas bussmann) und dj at
tach (hanno leichtmann). es ist einerseits exemplarisch für die unübersichtlichkeit und idiosynkrasie des science pop, ande
rerseits ist es genau dieses exemplarische, was es eigentlich verbietet, das album umstandslos einer als allgemeingültig ausgegebene
n entwicklung zu subsumieren.
denn was gibt es zu hören? schwierig zu sagen: die musik gibt sich vielschichtig,
kombiniert rhythmus- mit geräuschschichten und zwar so, dass sie gegenseitig aufeinander verweisen, sich kontrastieren und kommentie
ren, spannungen aufbauen, die aber auf andere weise aufgelöst werden, als wie man es erwartet hätte. dabei vertritt die musik k
einen offensichtlichen, penetranten modernismus. sie ist von den partikeln (vergangener) popmusiken (die unterschiedlichsten spielarten v
on electro und house, geisterhafte anklänge an triphop und sogar rock) eingefärbt, ohne diese stile zu zitieren oder gar zu kop
ieren.
diese offene musik, die gleichzeitig ganz und gar nicht unverbindlich oder anbiedernd ist, verdankt sich sicherlich der ungewöhnlich
en musikalischen biographien der beiden in berlin lebenden produzenten: hanno leichtmann, eigentlich schlagzeuger, und nicholas b
ussmann, eigentlich cellist, haben schon mitte der 90er jahre zusammengearbeitet, damals hießen die bands noch blei war sei
n lohn oder no doctor und waren der improvisierten musik, dem freien jazz verschrieben. bussmann und leichtmann formierten dann auch mit
dem sänger, schauspieler und multiinstrumentalisten lars rudolph die bis dato aktive combo (so muss man das wohl nennen) ich schwitz
e nie, die auf bislang zwei alben vielleicht die wagemutigsten skizzen zum thema pop & melancholie (in deutschland) abgeliefert hat.
ca. 1998 kursierte bereits unter der hand eine aufnahme von dem projekt, was jetzt beige oscillator and dj attach heißt. der ti
tel der aufnahme lautete das duell und gab ein konzeptionelles dj-set (mit moog-begleitung) wieder, dass die beiden anlässli
ch des gleichnamigen spielberg-filmes (wir erinnern uns: ein autofahrer wird in der us-amerikanischen wüste von einem truck gehetzt)
spielten und dass u.a. eine spoken-word-passage von klaus kinski, ein free-jazz-stück mit dem legendären schlagzeuger paul lov
ens, popmusik von red krayola, minimalmusic etc. beinhaltete.
man kann sagen, dass waiting for wood die transformation dieser fragmente fremder musiken in einen ausgearbeiteten entwurf von ta
nzmusik und sciene pop ist. klar, die ebenso schlüssigen wie abwegigen musikalischen biographien der beiden produzenten erkläre
n waiting for wood ebenso wenig abschließend wie der verweis auf ihre enge, langjährige zusammenarbeit. dazu ist die m
usik zu vielschichtig und zu schillernd.
sie ist genau dies: exemplarisch, nicht für genre, nicht für die entwicklung einer karriere, sondern exemplarisch nur für
sich selbst.
felix klopotek
weitere infos,fotos und discographie hier:
www.studiobeige.de
www.leichtmann.de
www.sonarkollektiv.de
www.palomaonline.de
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